Erzählung, Fiktion

Rezension: Der Wolkenatlas von David Mitchel

Ich hatte von dem Film gehört, dass er nicht so gut sein sollte und da lag der ursprüngliche Roman vor mir auf meinem geliebten Hugendubel-Empfehlungstisch. Und da dachte ich mir: Warum Geld für den Film ausgeben, wenn man das Original haben kann? Ein weiser Gedanke, der zu einer guten Kaufentscheidung führte.

„Der Wolkenatlas“ von David Mitchell
Rowohlt Verlag
668 Seiten
9,99 € (Taschenbuch)

Ich wil gar nicht so viel zum Inhalt sagen – denn das spannendste an dem Buch ist nicht zu wissen, wohin es mit einem will. Nur so viel: Es geht um sechs verschiedene Leben, sechs verschiedene Geschichten, sechs verschiedene Welten. Und sie gehören zusammen.
 Der Inhalt ist auch nicht das eigentlich Entscheidende und auch nicht das, was dieses Buch zu etwas Besonderem macht. Es ist die Art, wie David Mitchell einen immer wieder gefangen nimmt. Die Geschichten gehen abrupt ineinander über und sind geprägt von verschiedenen Orten, Zeiten ja sogar Schreibstilen und Sprachen. Es verärgert einen regelrecht, wenn man wieder in die nächste Welt gestoßen wird. Aber es dauert keine fünf Seiten und man ist wieder gefangen und ganz drin in der neuen Geschichte. Und das fand ich unheimlich beeindruckend. Der Autor benötigt nicht viele Beschreibungen oder Erklärungen und man weiß dennoch genau, wie diese neue Welt funktioniert. Man muss einfach nur lesen und in die jeweiligen Abenteuer eintauchen und genau das macht die Qualität das Buches aus! Es ist so überzeugend, dass man nie aus diesen Geschichten erwachen kann, denn es gibt nichts, was einen daran zweifeln lassen könnte, dass es nur ein Traum ist. Und dabei ist es witzig, spannend, tragisch, interessant, anregend, philosophisch und unheimlich echt.
Dieses Buch sind eigentlich sechs Bücher und voller Ehrfurcht erstarrt man vor so viel Kreativität und ernsthafter Literatur. In der heutigen kurzlebigen Welt nimmt man sich kaum noch die Zeit für ein richtiges Buch, David Mitchel hat gleich sechs für eins geschrieben.

„Der Wolkenatlas“ ist perfekt für alle, die gute Geschichten mögen, gerne stundenlang schmökern und in andere Welten abtauchen. Ich fand es toll so sehr in dem Buch und seinen Figuren verschwinden zu können. Es tut mir wirklich unheimlich Leid bei meinem harten Bewertungsmaßstab nur vier von fünf Leseratten vergeben zu können, aber das liegt lediglich daran, dass ich mich trotz der Schönheit nur in eine der sechs Geschichten wirklich verliebt habe. Davon hätte ich so gerne so viel mehr gehabt.

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4 Comments

  • Reply Kathrineverdeen Oktober 20, 2013 at 11:13 am

    Sehr schöne Rezi! Ich habe das Buch schon so lange rumstehen…sollte es endlich mal lesen, denn es hört sich fantastisch an 🙂
    LG

  • Reply Alexandra.Luchs Oktober 20, 2013 at 1:27 pm

    Ja das Buch war wirklich toll (Susi hat mich auch gleich mit angesteckt, so dass ich es gelesen habe statt den Film zu schauen, eine gute Entscheidung glaube ich) 🙂

  • Reply Susi.Shelfmaster Oktober 21, 2013 at 4:02 pm

    Hallo Kathrin, vielen Dank für dein Lob! Ich hoffe, das Buch gefällt dir auch so gut. Ich würd mich über ein Feedback freuen! Auf jeden Fall viel Spaß beim Lesen!

  • Reply Montagsfrage #27 von Libromanie Oktober 26, 2014 at 8:25 pm

    […] am liebsten noch eine gute Liebesgeschichte und einfach nur eine gute, spannende Geschichte wie “Wolkenatlas” oder auch gerne noch was mit wahrer Begebenheit aber in Romanform wie “Die unsichtbare […]

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