Fiktion, Liebe

Rezension: Wir in drei Worten von Mhairi McFarlane

Ich bin eine kleine Romantikerin, aber ich stehe nicht wirklich auf Kitsch. Deswegen finde ich es schwierig Bücher mit schönen Liebesgeschichten zu finden. Daher war ich sehr froh, als auf vorablesen.de eine Leseprobe von „Wir in drei Worten“ angeboten wurde und ich das Glück hatte ein Leseexemplar zu gewinnen!

Wir-in-drei-Worten

„Wir in drei Worten“ von Mhairi McFarlane
Verlagsgruppe Droemer Knaur
495 Seiten
9,99 € (Taschenbuch)
(Eine Leseprobe von Vorablesen findet ihr hier)

Rachel und Ben waren zu Unizeiten die besten Freunde, zehn Jahre später treffen sie sich zufällig wieder: Rachel hat sich gerade nach 13 Jahre Beziehung von ihrem Verlobten getrennt, nachdem die Differenzen bei den Hochzeitsvorbereitungen unübersehbar wurden. Ben ist erfolgreich, verheiratet und immer noch sehr gut aussehend.
In zwei parelleln Erzählsträngen wird einmal die Freundschaft zwischen Rachel und Ben zu Unizeit und die Geschehnisse der Gegenwart erzählt. Das Buch beginnt zunächst sehr lustig – die Vergleiche und Metaphern haben mich oft laut lachen lassen. Rachel ist als Figur sehr authentisch und gibt als Ich-Erzähler einen tiefen Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt. „Wir in drei Worten“ scheint eine typische britische Liebesgeschichte zu sein – Rachel hat zwei beste Freundinnen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und einen männlichen Freund, die gemeinsam eine Menge Spaß haben, immer in Verbindung mit viel Alkohol. Sie stolpern durchs Leben und wissen auch mit über dreißig noch nicht, was sie wollen und fühlen sich noch immer nicht erwachsen.
Die Geschichte ist sehr spannend, denn von Beginn an ist klar, es muss vor zehn Jahren etwas zwischen Ben und Rachel passiert sein, von dem niemand weiß, deswegen verfolgt man gebannt, die in die Hauptgeschichte eingefügten Rückblenden. Die sind absolut wunderbar, lustig und ganz wichtig zum schmachten – jede romantische Seele wird zum klingen gebracht. Die Gegenwartsgeschichte hinkt allerdings etwas: Der Schreibstil ist hier ebenfalls sehr schön, es gibt wunderbare Beschreibungen und witzige Bemerkungen, es macht wirklich Spaß sie zu lesen. Aber die ganzen Verwicklungen und „Dramen“ waren mir doch zu viel. Am Ende jagte ein Ereignis das nächste, das überhaupt keinen Einfluss auf die Geschichte hat und am Ende war irgendwie jeder in jeden verliebt – es war einfach nur unnötig und nahm der Schönheit der eigentlichen Liebesgeschichte etwas von ihrem Glanz. Die Zuspitzung am Ende war für mich unglaubwürdig und einfach nur eine unnötige Verlängerung der Geschichte. Insgesamt hätte ich das Buch um einige Seiten gekürzt, um einfach nur noch die wahre Essenz der Geschichte mit all ihrer Romantik und ihrem Witz genießen  zu können. Und besonders hätte ich die letzten beiden Seiten gestrichen, denn auf der vorvorletzten Seite die letzten Zeilen, die Worte von Ben, wären der schönste Abschlusssatz gewesen, den ich je in einer Liebesgeschichte gelesen habe.

Ich finde es wirklich sehr schade, dass ich nur drei von fünf Leseratten vergeben kann. Aber Es ist Mhairi McFarlanes erster Roman und so hoffe ich auf das nächste Buch, wo vielleicht der wunderbare Schreibstil auf eine bessere Geschichte trifft.

3Ratten

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