Fiktion, Liebe

Abgebrochen: Die grüne Bluse meiner Schwester von Gerdur Kristny

Das ist mir echt lang nicht mehr passiert. Ich breche Bücher fast nie ab. Ich glaube, dass es eigentlich jedes Buch verdient hat, es bis zum Ende zu lesen. Der große Clou könnte auf den letzten 2 Seiten geschehen und ich in meiner Ignoranz verwehre dem Buch die Chance, mir das zu zeigen. Tja, so ist das in der Theorie. In der Praxis musste ich „Die grüne Bluse meiner Schwester“ jetzt weglegen.

Bei Seite 230 von 304 ging es einfach nicht mehr.

„Die grüne Bluse meiner Schwester“ von Gerdur Kristny
List Verlag
304 Seiten
9,99 € (Taschenbuch)

Fridas Vater ist gestorben und hinterlässt eine tiefe Lücke in ihrem Leben. Die Geschichte beginnt mit der Trauerfeier des Vaters und erzählt Fridas Suche nach einer neuen Richtung. Zwischendurch berichtet sie in vielen kurzen Rückblenden von Erlebnissen mit ihren Eltern und ihrer Schwester. Frida selbst war immer Papas Liebling, die Schwester ein Mamakind. Natürlich entstehen dadurch auch mal Konflikte. Die Geschichte einer ganz normalen Familie eben. Neben den familiären Problemen fühlt sich Frida in ihrer Arbeit sehr festgefahren. Mit einem neuen Job möchte sie ihrem Leben eine andere Richtung geben. Statt wie bisher in der Parfümerie Kunden zu beraten will Frida Reporterin werden und damit vorankommen.
Ich hatte mir eine Geschichte über die Eigenarten von Familien, die großen und kleinen Konflikte aber auch über Liebe und Freundschaften (als Kontrast zum ganz normalen Familienwahnsinn) gewünscht. Davon wird ehrlich gesagt nur wenig geboten. Fridas Beschreibungen sind oberflächlich und ungerecht, dazu noch manchmal einfach unverständlich. Statt positiver Erlebnisse mit dem Vater werden primär die Probleme mit der Schwester thematisiert, Frida wirkt nachtragend und kleinlich in all diesen Konflikten. Lediglich bei einer missglückten Geburtstagsfeier scheint sie auch die Schwester mal von einer anderen, weicheren Seite zu zeigen. Auf den Ausgleich bei Freunden habe ich vergeblich gewartet, auch die einzige Freundin wird durchweg negativ beschrieben.
Zwar lässt sich die Geschichte anfangs noch ganz schön lesen, leider habe ich gegen Ende immer mehr die Motivation verloren weil die Handlung sich kaum noch entwickelt. Da mir auch die Protagonistin nicht übermäßig sympathisch war wurde es mir schlichtweg egal, ob sie den neuen Job nun meistern wird oder nicht.
Eigentlich hatte ich mich auf eine leichte Herbst/Winterlektüre gefreut. Auf ein lustiges kleines Buch über Familienkrisen und Familienfreuden. Zwar gibt es tatsächlich einige lustige Stellen, an denen auch die Handlung schön fließt, leider wirkt das Buch insgesamt einfach nur unrund und langweilig.

Ich kann nur 1 von 5 Leseratten vergeben, muss aber betonen, dass ich natürlich kein endgültiges Urteil abgeben darf, weil ich die letzten Seiten nicht gelesen habe. Das Buch ist vermutlich eher für Frauen geeignet die in der Stimmung für eine leichte Chick-Lit sind und dabei die Nase voll von den ewigen Romanzen haben.


Vielen Dank an Vorablesen und den List Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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