Drama, Fiktion, Liebe

Rezension: Ein ganzes halbes Jahr

Eine liebe Kollegin hat zu Hause ausgemistet und ich hatte das Glück mich exklusiv gleich auf dieses Buch werfen zu können, um das ich schon so lange im Laden herumgeschlichen bin. „Aber das ist ein Buch zum weinen“, sagte sie zu mir. Das ist ja erst mal kein Hinderungsgrund!

„Ein ganzes halbes Jahr“ von Jojo Moyes rowohlt Verlag
520 Seiten
14,99 € (Broschiert)

Will ist erfolgreich, sexy, reich, abenteuerlustig: Bis ein Motorradfahrer ihn überfährt und er ab dem Brustwirbel gelähmt ist.

Louisa lebt in einer winzigen englischen Stadt zusammen mit ihren Eltern, ihrem Großvater, ihrer Schwester und deren kleinem Sohn in einem Haus. Die finanziellen Bedingungen zwingen sie dazu. Dann verliert sie ihren Job als Kellnerin in einem Café und ihr bescheiden eingerichtetes Leben gerät aus den Fugen. Ohne Ausbildung und allein mit dieser Berufserfahrung kann sie in der ländlichen Umgebung kaum einen Job finden.

An diesem Punkt treffen sie sich: Louisa wird vom Jobcenter zu einem Bewerbungsgespräch bei Wills Familie geschickt. Sie soll für ein halbes Jahr befristet eingestellt werden, um Will Gesellschaft zu leisten. Da die Bezahlung unwiderstehlich ist, sagt sie zu, obwohl Will offensichtlich deutlich macht, dass sie nur auf Wunsch seiner Mutter da ist.

Ab hier beginnt sich eine besondere Beziehung zwischen Will und Louisa zu entwickeln. Sie erkennt immer noch den faszinierenden Mann ihn ihm und er erweitert ihren Horizont über ihre bisher beschränkte Welt hinaus.

Endlich wieder ein Buch, das ich nicht aus der Hand legen konnte! Ich las morgens, abends, bis in die Nacht hinein und dennoch am morgen wieder weiter. Es ist spannend, witzig, intelligent und charmant. Ich liebe, liebe den Prolog. Wie Jojo Moyes es schafft in nur fünf Seiten Will als Figur vor seinem Unfall zu beschreiben und lebendig zu machen, fand ich wundervoll.

Bei aller Begeisterung: Es ist ein einfaches, nettes Buch, aber mit einer mutigen Botschaft, die gut vermittelt wird. Und deswegen musste ich auch nicht weinen zum Schluss. Na ja, vielleicht auch nur, weil es im Zug etwas peinlich gewesen wäre und weil ich das ganze nicht zu Ende denken wollte. Weil ich es einerseits verstand, aber andererseits mir genau vorstellen konnte, wie es einen zerreißen würde. Noch eine besondere Leistung von Jojo Moyes, das sie genau das schaffte.

Für alle, die schöne Liebesgeschichten, mit sympathischen Figuren mögen, die auch noch Tiefgang haben darf. Ich vergebe vier von fünf Leseratten, aber nur weil – wie treue Leser wissen und Alex immer bemeckert – die fünf für ganz besondere Bücher vorenthalten ist. Was dazu gefehlt hat? Manchmal war die Geschichte für mein Empfinden etwas klischeehaft und die Erzählung etwas seicht. Obwohl es sich genau deswegen so federleicht weglesen lies. Entscheidet selbst!

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3 Comments

  • Reply Kathrineverdeen Dezember 13, 2013 at 3:59 pm

    Ich habe dieses Buch schon ssooooooooooooooooo lange bei mir rumliegen. Nach diesem riesigen Hype mag ich es gar nicht mehr lesen 🙁 Aber deine Rezi macht mich neugierig, auch wenn sie sich vor Lob nicht überschlägt. Danke für den schönen Bericht! Vielleicht versuche ich es ja doch noch einmal 🙂
    LG

  • Reply Susi.Shelfmaster Dezember 14, 2013 at 12:40 pm

    Es ist ein nettes kleines Buch für Herz und Verstand zum schmökern. Falls du darauf also mal Lust hast, ist es das perfekte Buch! Ich fand am besten, dass es sich so mitreißend weggelesen hat, das muss immer mal wieder sein! Und dabei noch intelligent! Eine seltene Kombination.

  • Reply Montagsfrage #29 von Libromanie Oktober 26, 2014 at 8:06 pm

    […] Ein guter Aufsatz kann mit einer Definition beginnen – also: Was heißt Happy End? Bei “Ein ganzes halbes Jahr” von Jojo Moyes gab es da ein Happy End? Die meisten würden doch sagen “NEIN!”, […]

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