Dystopie, Fiktion

Rezension: White Horse von Alex Adams

Vor einigen Wochen habe ich meinen Fund „White Horse“ hier mit einem kurzen Angelesen vorgestellt. Freundlicherweise bekam ich ein Rezensionsexemplar vom Piper Verlag zur Verfügung gestellt und konnte so gleich mit dem Buch starten, ohne die Weihnachts-Budget-Flaute abzuwarten… Vielen Dank dafür!

„White Horse“ von Alex Adams
Piper Verlag
442 Seiten
16,99 € (Klappbroschur)
Eine Leseprobe findet ihr hier

Pandora erhält von Hephaistos eine Büchse, die alle Übel der Welt aber auch die Hoffnung enthält. Da Pandora zwar mit Schönheit, Talent und Geschicklichkeit, aber auch mit einer unstillbaren Neugier gesegnet ist, öffnet sie diese Schatulle und entlässt die Plagen in die Welt. Zwar geht die Menschhheit davon nicht unter, aber die Zeiten, in denen die Menschen von Arbeit, Krankheit und Tod verschont waren sind endgültig vorbei.
Dies ist (in ganz, ganz groben Zügen) der bekannte Mythos um die Büchse der Pandora. White Horse greift dieses Thema wieder auf. Zoe, eine einfache Putzfrau, findet in ihrer Wohnung ein seltsames Gefäß. Weder weiß sie, wer es dahin gebracht hat, noch zu welchem Zweck. Erst glaubt sie verrückt geworden zu sein, besucht einen Psychiater und gelangt am Ende zu dem Schluss, das Gefäß öffnen zu müssen um die Wahrheit zu erfahren. Damit beginnt scheinbar eine Kettenreaktion, die erst Zoe und dann die ganze Welt ins Unglück stürzt.
Die Geschichte von Zoe und der Seuche White Horse ist eine Dystopie, die mal aus der Sicht einer ganz normalen jungen Frau erzählt wird und keine Helden braucht. In wechselnden Abschnitten des „Früher“ kurz vor der Katastrophe und des „Jetzt“ dem Kampf in der kaputten Welt, wird Zoes Geschichte erzählt. Der größte Pluspunkt des Buches ist seine Spannung. Zoes Suche nach ihrem Freund (im Jetzt) und der Wahrheit (im Früher) sind faszinierend und zwar hat man eine Ahnung wer wirklich die Büchse der Pandora öffnete, aber auf die konkrete Auflösung wäre ich im Leben nicht gekommen.

Die Sprache ist kurz und knapp aber passend zur düsteren Stimmung. Leider sind die Charaktere großteils auch etwas zu „knapp“ geraten und wirken etwas farblos. Zoes Wegbegleiter bleiben häufig schemenhaft und füllen sich nicht mit Leben. Lediglich Zoe’s Charakter besitzt die nötige Tiefe. Sie handelt zwar manchmal unlogisch, aber das ist für mich kein Kritikpunkt, immerhin befindet sie sich in einer absoluten Krisensituation und das kommt dadurch auch gut zur Geltung.

Ich war während des Lesens sehr hin und her gerissen wie gut ich das Buch nun wirklich finde. Richtig spannende Stellen wechseln sich mit ein paar (kleinen!) störenden Punkten ab. Insgesamt waren die ersten vier Fünftel des Buches aber richtig toll.
Erst kurz vor Ende hatte ich das Gefühl die Autorin musste schnell einen „Deus Ex Machina“ (eine rettende Wunderwaffe, die die Handlung wesentlich drehen kann) aus dem Ärmel zaubern um zu einem Ende zu kommen, welches für mich dann leider auch gar nicht überzeugend war.

So in etwa ging die Berg- und Talfahrt meiner Bewertung während des Lesens (unten seht ihr die Seitenzahlen).
Nur so viel: für mich hätte das Buch einen stimmigeren, runderen Eindruck hinterlassen wäre die Autorin konsequent bei ihrem düsteren Konzept und der von Verlusten geprägten Geschhichte geblieben.
Weil ich mir so unsicher bin habe ich mal einen Durchschnitt errechnet und lande bei einer Bewertung von 3,5 von 5 Leseratten. Das wird meinem Eindruck ganz gut gerecht!

,5
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