Film

Filmfreitag: The Visit

Eigentlich wäre ich ja dafür gewesen, dass endlich mal ein schmalziger Frauenfilm in der Sneak kommt. Nach all den blutigen, gruseligen und teils ekligen Filmen, die wir schon gesehen haben, hätten es  unsere Männer verdient, dass sie mal nicht mehr hingucken können. Stattdessen hat sich Alex die halbe Zeit versteckt …

The Visit

“The visit”, Universal Pictures Germany
Kinostart: 24.09.2015
Spiellänge: 94 Minuten
FSK: 12
Website zum Film hier

Rebecca und Tyler wollen ihrer Mutter endlich einen unbeschwerten Urlaub mit deren Freund ermöglichen und nehmen daher die Einladung ihrer Großeltern an, die sie bisher nicht kennen gelernt haben. Vor fünfzehn Jahren verließ ihre Mutter das Elternhaus, um mit einem älteren Mann – dem späteren Vater ihrer zwei Kinder – durchzubrennen. Rebecca filmt den einwöchigen Aufenthalt und schnell wird klar: hier gibt es mehr Geheimnisse als jenes, was genau am Tag des Auszuges ihrer Mutter passiert ist …

Erst einmal eine Warnung: FSK 12 ist auf jeden Fall ein Scherz! Offiziell ist dieser Film ein Horrorstreifen mit komödiantischen Elementen. Man kann ihn auch als Komödie mit Horrorelementen sehen. Aber egal wie: Wenn man je wieder seine Großeltern besuchen fahren möchte, sollte man mindestens 14 Jahre alt sein, wenn man diesen Film sieht.

Insgesamt hängt viel von der persönlichen Einstellung ab, ob man den Film eher lustig oder eher gruselig findet. Lässt man sich von der Atmosphäre mitreißen (einsames Haus im Winter, jeder Tag wird mit blutroten Buchstaben angekündigt, seltsame Blicke und Verrenkungen vor allem von Oma, die selbstgedrehten, teils verwackelten Aufnahmen aller Blair Witch Project), wird man sich gehörig gruseln. Ekeln wird man sich übrigens auf jeden Fall.

Wenn man das aber gut ausblenden kann, kann man – abgesehen von der letzten Viertelstunde – wirklich auch viel lachen. Tagsüber geht es nämlich eher skurril und absurd zu. Nur wenn die Schlafenszeit von Oma und Opa ab 21:30 Uhr los geht, wird es unheimlich … Insgesamt ist der Film aber sehr vorhersehbar und deswegen weniger gruselig.

Die Form eines selbst gedrehten Familiendokumentarfilmes ist weitgehend gut umgesetzt und eine interessante und teils künstlerisch wertvolle Alternative. Ich mochte lediglich die verwackelten Fluchtszenen nicht – aber das liegt an meinem empfindlichen Magen.

Man kann “The visit” ruhig gesehen haben – auch wenn man sonst keine Horrorfilme mag. Ich könnte mir vorstellen, dass bei der richtigen Einstellung auch ein sehr lustiger Abend unter Freunden dabei rauskommen kann. Gleichzeitig spielen die beiden Kinder und Oma sehr überzeugend. Zusammen mit den zum Teil interessanten Kameraeinstellungen, ist der Film drei von fünf Kinoratten wert. Abzüge gibt es vor allem für die hervorsehbare Story und die übertriebene Absurdität der Geschichte.

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