Drama, Fiktion

Rezension: Birnbäume blühen weiß von Gerbrand Bakker

Manchmal brennt sich mir dieser eine spezielle Satz eines Buches unauslöschlich ein. Bei Gerbrand Bakkers „Birnbäume blühen weiß“ ist es genau dieser titelgebende Ausspruch und die Bilder, die er erzeugt, die haften bleiben.

Die Geschichte von „Birnbäume blühen weiß“ ist eine Geschichte über Verluste. Gerard und seine drei Söhne Klaas, Kees und Gerson verlieren die Frau beziehungsweise Mutter, sie werden von ihr einfach verlassen. Bei einem Unfall verliert Gerson später das Augenlicht.
Für mich ist es eine Geschichte darüber, wie wir Verlust empfinden und verarbeiten können. In ganz reduzierter Weise und ohne Drama, wirkt „Birnbäume blühen weiß“ dennoch bedrückend und aufrüttelnd.

Wie kann man dem Leben die Zähne zeigen? Manchmal schlägt das Schicksal doch härter zurück!

Das Buch hat mich wirklich überrascht. Ganz minimalistisch und dennoch ausführlich, wird hier eine Geschichte über vier Menschen erzählt, die kurz skizziert und dennoch schön portraitiert werden. Ich fühlte mich den Figuren in keiner Minute fremd und empfand ihren Schock daher umso schlimmer mit.
Versteht mich nicht falsch, es ist kein durchweg trauriges Buch (obwohl es atemringend, traurige Momente hat). Die idyllischen und fast poetischen Beschreibungen dominieren. Dadurch aber, dass auch die glücklichen Zeiten so leise dargestellt werden, waren die Einschläge für mich umso schlimmer.

Ein Buch das wie ein Moment, ein Traum im Kopf bleibt. Eine kurze, fast ausschnitthafte Handlung, die trotz ihrer reduzierten Art, fest im Kopf bleibt. Von mir 5 von 5 Leseratten, für dieses schöne Leseerlebnis.

Das Buch in einem Tweet:

“Birnbäume blühen weiß“ von Gerbrand Bakker, Suhrkamp Verlag, 141 Seiten, 7,00 € (Taschenbuch)

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