Lebensart, Reise

Rezension: Eine Insel nur für uns von Nina & Adrian Hoffmann

Wer hat nicht schon einmal, und wenn auch nur im Spaß, davon gesprochen alles hinzuschmeißen und auf eine einsame Insel zu ziehen? Nina und Adrian Hoffmann haben genau das wahr gemacht: die Jobs gekündigt, Hab und Gut eingelagert und sich auf den Weg in die Karibik gemacht. Dort fanden sie nach einiger Suche eine unbewohnte Insel und begannen ein Jahr in Einsamkeit und Zweisamkeit. Ein Ausbruch aus dem grauen Alltag und eine Suche nach Sinn und Frieden.

Das Buch ist perfekte Lektüre für Träumer und Reiselustige, es inspiriert und macht ein klein wenig Fernweh, gleichzeitig fühlt es sich an wie eine Reise zwischen zwei Buchdeckeln. Die Beschreibungen des “Projekts Insel” der beiden Abenteurer sind schnörkellos und authentisch, beinahe ein Plan zum Nachmachen. Bis auf einige fehlende organisatorische und bürokratische Details gibt es viel konkrete Informationen. Welches Proviant und Equipment wird benötigt, welche Anlaufstellen sind für eine solche Expedition wichtig.
Gerade zu Beginn des Buches versprüht der Text dadurch eine spannende Aufbruchsstimmung und macht Lust auf mehr. Der doch recht sachliche Stil und der wenig erzählerische Aufbau des Buches waren dann leider für die Beschreibung der Erlebnisse auf der Insel ein wenig hinderlich. Die Atmosphäre konnte nicht immer so richtig transportiert werden. Wer die beiden Autoren in Interviews sieht, läuft außerdem Gefahr, beinahe den kompletten Inhalt des Buches schon erzählt zu bekommen. Das ist die Krux: eine einsame Insel ist per Definition einsam, viel los ist da nicht. Zwar gibt es wenige und durchaus spektakuläre Erlebnisse, das ganz große Abenteuer vermittelten mir diese Schilderungen nicht. Das liegt (für meinen Geschmack) vor allem daran, dass die “zwischenmenschlichen Abenteuer” recht knapp behandelt werden. Die Konflikte und Herausforderungen eines solch abgeschiedenen Lebens für ein Paar kommen zu kurz. Dabei ist es doch eine Situation, von der nur ganz wenige Menschen berichten können. Ich hätte gern mehr über die psychologischen Auswirkungen, die Probleme und gemeinsamen Entwicklungen erfahren.

Unterm Strich ist “Eine Insel nur für uns” ein ideales Geschenk an reiselustige Freunde. Ein Buch über das man Nachdenken und Sprechen wird, weil seine Idee inspiriert. Für “Leseratten” ist es dagegen ein wenig unspektakulär und nicht als romanhafte Erzählung geeignet. Für mich sind das 3 von 5 Leseratten.

“Eine Insel nur für uns” von Nina & Adrian Hoffmann, erschienen bei Eden Books, 320 Seiten, 9,96 € (Taschenbuch)

Merken

Merken

Previous Post Next Post

2 Comments

  • Reply Mein Lesezeichen Blog Juli 11, 2016 at 4:54 pm

    Hm, jetzt bin ich ein bisschen unentschlossen, ob ich es auf meine Wunschliste setzen soll oder nicht. Das Cover an sich ist traumhaft. Gute Rezension, danke 🙂

  • Reply Peter Januar 6, 2017 at 1:11 am

    Things come apart so easily when they’re held together with lies: Nina and Adrian lived on the island of Telekivava’u in Tonga in the island’s luxurious Villa Mamana, once described by Lonely Planet Travel Guide as „probably the most exclusive and beautiful accommodation in Tonga … one for celebrities“.

    The book’s chapter 4 says that they met a forty-year-old South African in Fiji who told them about a ’secret island‘ (echoes of „The Beach“?); Adrian tells the TV interviewer that he found the island by making inquiries with the Tongan Ministry of Lands. According to the island’s owners, the story is quite a different one: they had been kicked off the island they’d been on in Fiji and, while looking for another option, found Villa Mamana’s website. Having found out from the owners that the island was uninhabited at the time, they took it on themselves to go, uninvited and unannounced, and check it out. Of course, they liked it and offered to caretake it for free if they could stay in the luxurious guest house. The owners agreed and met them on the island six months later and stayed with them for about twelve days.

    They lived in the lap of luxury and loved it so much, they came back for a second stint of house-sitting – when was it? – in 2013 but on that occasion they left again immediately because, as he complained to me by email, the toilets no longer flushed, the washing machine didn’t work, and in any case they couldn’t get the island’s two generators started to have electricity. Boohoo!

    I sampled some of the 320 pages but couldn’t find any mention of the Villa’s four-poster beds; or of the marble-clad ensuite bathrooms; or of Nina’s father making several trips to Nuku’alofa with supplies of freeze-dried food, solar equipment, etc; or of Nina’s father soliciting one of the island’s owners, Jamie Woodburn, to take some five-month supplies of food and essentials to the island; or of the fishermen from neighbouring islands constantly supplying them with fresh fish. This wasn’t a Robinson Crusoe existence; this was Tom Cruise luxury!

    The closest they came to admitting that the island was not just wilderness was when they showed a photo of the humble cookhouse which was a bit of a dead give-away. I mean, does every desert island come with a cute architect-designed cookhouse?

    The book’s frontipiece contains the words, „Vielleicht wäre es besser gewesen, wir hätten nie eine einsame Insel betreten“ (Perhaps it would have been better had we never set foot on a desert island). Perhaps it would have been better still, Nina and Adrian, had you truthfully reported of the existence of the luxurious Villa Mamana and, better yet, dedicated the true story to the owners of Villa Mamana who so generously made the island’s luxurious facilities available to you.

    For more information GOOGLE „Villa Mamana“
    for photos go to http://riverbendnelligen.com/islandsit.html

  • Leave a Reply

    %d Bloggern gefällt das: