Entdeckt, Im Rattenbau

Neu im Regal: #jdtb16 im Dezember und großer Bücherhunger

Im Dezember habe ich mich mehr mit dem Kaufen und Auswählen von Büchern beschäftigt, als ich dann wirklich Zeit hatte zu lesen. Das #jdtb16 im Dezember führte mich zum Fischer Verlag auf dessen Backlist ich unfassbar viele, unfassbar tolle Bücher entdeckte von denen ich (jetzt!) nur einen Bruchteil kaufen konnte. Aber auch Rezensionsexemplare erreichten mich (erwartet und unerwartet) und trafen mitten ins Herz.

Mein größter Schatz in diesem Monat ist tatsächlich ein recht unscheinbares Buch: “Niagara” von Joyce Carol Oates löst bei mir euphorische Vorfreude aus. Die Niagarafälle an der Grenze zwischen Kanada und den USA sind für mich ein magischer Ort, der in diesem Buch eine besondere Rolle spielt. Rund um die Fälle wird eine Familiengeschichte gesponnen, die dann auch noch Geheimnisse, Spannung und Tiefgang verspricht.

Im Moment überlege ich, ob ich hier im Blog meine literarische Weltreise vorstellen soll. Ich lese unheimlich gern Bücher aus fremden Ländern und Kulturen, sie zu einer weltumspannenden Liste zu sammeln, reizt mich sehr. Ein Teil für dieses Projekt könnte “Brüder” von Yu Hua werden. Eine Geschichte in der es um die Gewinner und Verlierer im modernen China geht, aber auch um die Lebensgeschichten zweier sehr unterschiedlicher Brüder.

Ein Thema, das mich immer wieder beschäftigt ist auch (gesellschaftliche) Angepasstheit und das Abweichen von der Norm. Davon handelt auch “Das Löwenmädchen” von Erik Fosnes Hansen. Das Buch erzählt eine wirklich traurige Geschichte: im Winter 1912 kommt in einem norwegischen Kaff ein Kind auf die Welt, das von Kopf bis Fuß mit feinen blonden Haaren bedeckt ist. Immer und überall sticht Eva hervor und wird daher hauptsächlich verborgen vor der Welt großgezogen. Ich habe das Buch schon beendet und meine Rezension folgt bald, auch wenn es nicht leicht ist diese bedrückende Geschichte in Worte zu fassen.

In einer Gesellschaft, in der alles auf Produktivität ausgerichtet ist, werden wohl bald auch die Menschen derart bewertet, wer nichts mehr leistet muss als Versuchskaninchen und Organspender herhalten. Dieses harte Gedankenexperiment erzählt “Die Entbehrlichen” von Ninni Holmqvist. Ich bin schon sehr gespannt, welche Überlegungen dort thematisiert werden.

Neben meiner Auswahl aus den Fischer Verlagen, hat mir Sarah (a.k.a. Pinkfisch) bei meiner Buchbestellung auch ein Kuckucksbuch ins Nest gelegt. Sie wählte für mich “Der Regen in deinem Zimmer” von Paola Predicatori und hat mich damit ganz schön überrascht. Die Beschreibung klingt eigentlich zu kitschig um gut zu sein: ein Mädchen, das ihre Mutter verliert und Trost beim größten Außenseiter ihrer Schule findet?! Am Ende war ich ziemlich überrascht, fast begeistert und ganz schön traurig.

Meine aufkeimende Ross Macdonald Sucht wurde dann vom Diogenes Verlag weiter angefacht. Auch “Dornröschen” von Ross Macdonald zog hier als Rezensionsexemplar ein und wird mir den düsteren Januar bestimmt aufhellen. Diesmal wird der Detektiv Lew Archer einer Umweltsünde auf den Grund gehen und vermutlich auch wieder die eine oder andere menschliche Tragödie entlarven. Ebenfalls als winterliches Krimifutter wurde mir vom Klett Cotta Verlag mit “Geheimnis in Weiß” von J. Jeffferson Farjeon zur Verfügung gestellt. Eigentlich ist es ein Weihnachtsbuch, macht sich aber auch jetzt zwischen den Jahren ganz wunderbar. Lediglich der Schnee fehlt noch für die perfekte Lektüre, geht es doch um eine Gruppe von Menschen, die in einem Schneesturm in einem unheimlichen Haus eingeschneit wird.

Völlig überraschend erreichte mich “Ein wenig Leben” von Hanya Yanagihara aus dem Hanser Literaturverlag im Rahmen einer Bloggeraktion. Das passt perfekt, habe ich doch im Moment große Lust auf tolle amerikanische Erzähler und große, bewegende Lebensgeschichten. Genau das verspricht dieses Buch, das könnte ein echter Hammer werden.

Ein spannendes, aktuelles Thema erwartet mich schließlich und endlich auch in “Binde zwei Vögel zusammen” von Isabelle Lehn, das mir vom Verlag im Rahmen einer Wunschaktion zur Verfügung gestellt wurde. Ich bin diesem Buch bisher noch in keinem Blog begegnet (oder habe ich da etwa jemanden übersehen?) und finde es doch so spannend, dass das dringend mal jemand ändern muss!

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2 Comments

  • Reply Juliana Januar 1, 2017 at 6:25 pm

    „Ein wenig Leben“ beschäftigt mich gerade wie kaum ein anderes Buch. Das wird eine ganz, ganz große Empfehlung, das spüre ich jetzt schon während des Lesens!

  • Reply Kerstin Scheuer Januar 1, 2017 at 7:31 pm

    Ich hab dir ja schon auf Twitter geschrieben, dass die deine Idee, einer literarischen Weltreise echt spannend finde. Ich hoffe, du setzt das irgendwann tatsächlich um. Ich bin nämlich extrem neugierig.

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