Entdeckt, Im Rattenbau

Ein Blick in die Verlagsvorschau von… Blessing Verlag

Heute gibt es eine Novität! Nein, nicht nur die üblichen drei Novitäten aus einer aktuellen Verlagsvorschau sondern den ersten Blick in die Verlagsvorschau des Blessing Verlags überhaupt. Ich habe auch früher schon immer wieder die Vorschauen dieses Verlags gesichtet, aber mit dem Frühjahr 2017 hat Blessing bei mir einen Treffer nach dem anderen gelandet. Höchste Zeit also euch meine drei Highlights vorzustellen.

“Ich bin niemand” von Patrick Flanery
Erscheint am 06. März 2017

Mein absoluter Favorit in dieser Vorschau ist “Ich bin niemand” von Patrick Flanery. Ein Buch über Vergangenheit, Erinnerung und Verdrängung. Es erzählt die (nicht ganz neue) Geschichte eines Protagonisten, der Stück für Stück an seinen Erinnerungen zu Zweifeln beginnt: verpasste Treffen, die er angeblich selbst abgesagt hat und seltsame Anrufe, an die er sich nicht erinnern kann. Doch was ist sicher, wenn wir unseren eigenen Erinnerungen nicht trauen können? In “Drei Söhne” von Helen Garner wird Erinnerung als Prozess beschrieben, nicht als statische Sammlung vergangener Momente. Seitdem interessiert mich dieser Aspekt des Gedächtnisses und des eigenen sich stetig ändernden Blicks auf die Vergangenheit. Mich fasziniert diese Thematik und ich  bin gespannt auf welche Weise das Szenario in “Ich bin niemand” aufgelöst wird.

“Farbenblind” von Trevor Noah
Erscheint am 06. März 2017

Trevor Noah wurde 1984 in einem südafrikanischen Township als Sohn einer Xhosa und eines Schweizers geboren. Zu dieser Zeit standen “gemischtrassige” Beziehungen im südafrikanischen Apartheidsregime tatsächlich immer noch unter Strafe, doch auch gesellschaftlich wurde er systematisch ausgegrenzt. Weder Schwarz noch weiß erlebte er den Rassismus beider Ethnien, aber auch die mutige Rebellion seiner “farbenblinden” Eltern. Heute ist Trevor Noah ein erfolgreicher Comedian, tritt überall auf der Welt in vollen Sälen auf und erzählt nun in “Farbenblind” achtzehn Geschichten aus seiner südafrikanischen Kindheit und Jugend. Obwohl seit damals erst knapp 30 Jahre vergangen sind, scheint diese Zeit für uns so unfassbar weit weg. Ich bin gespannt auf Trevors Erzählungen und seine tragisch-komische Sicht auf dieses Stück Geschichte.

“Eine Welt voller Wunder und rein gar nichts zu befürchten” von Boris Fishman
Erscheint 15. Mai 2017

Kurz vorab: Entschuldigung, aber ich hasse solch elend langen Buchtitel wirklich. Sie zerstören das Layout eines Blogposts und lassen sich furchtbar in Twitter verwenden.
Sei’s drum. “Eine Welt voller Wunder und rein gar nichts zu befürchten” hat mich trotzdem angesprochen. Warum? Da ist einerseits der Titel. Haha! Jetzt wird’s schräg: der Titel des Romans ist mir eigentlich viel zu lang, transportiert aber sofort so ein wunderbares Gefühl. Ich fühle mich glücklich und mutig und all das, rundum positiv.
Dann habe ich erfahren worum es in diesem Buch geht: um besorgte Adoptiveltern, die durch das Verhalten ihres kleinen Sohnes zu Zweifeln beginnen, ob sie ihm das Richtige bieten können. Sehnt sich das Kind unbewusst nach seiner biologischen Herkunft? Es geht um Unsicherheit, kulturelle Zugehörigkeit und das was eine Familie (außer gemeinsamen Genen) ausmacht. Ich freue mich auf diese Geschichte und bin gespannt ob der Autor die richtigen Worte und Gefühle für so ein großes und schweres Thema finden wird.

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1 Comment

  • Reply Juliana März 1, 2017 at 7:39 pm

    Wir haben heute „Farbenblind“ im Laden frisch reinbekommen, in der Mittagspause also direkt kurz reingelesen und schon war klar, dass ich es mitnehmen muss! Liest sich bisher unglaublich gut und interessant, Trevor Noah schreibt sehr einnehmend. Also schon jetzt eine große Empfehlung und es steht völlig zurecht auf deiner Liste! 🙂

    Viele Grüße und dir noch einen schönen Abend!

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