Entdeckt, Im Rattenbau

Neu im Regal: Geburtstag und Buchmesse, eine teuflische Mischung

Wie gut, dass ich Anfang März entschieden habe mein Buchfasten für gescheitert zu erklären. Spätestens jetzt hätte ich mir eingestehen müssen, dass das einfach nichts wird mit mir und dem “weniger Bücher anschaffen”. Traditionell ist der März aber auch der härteste Monat für mich: mit meinem Geburtstag und der Leipziger Buchmesse prallen zwei literarische Großereignisse (zumindest in meinem persönlichen Kalender) zusammen. Familie und Freunde werden genötigt mir Bücher zum Geburtstag zu schenken und dann gibt’s auch noch die tollen Neuerscheinungen noch wunderbarerer Verlage.

Wie es immer so  ist, habe ich übrigens ein Buch auf dem Foto vergessen und das erst gemerkt, als der Bücherberg wieder abgetragen war. Ihr müsst euch also “Eine kurze Geschichte von sieben Morden” von Marlon James noch auf diesem Foto vorstellen. Ein Buch, das eine gar nicht so kurze (knapp 900 Seiten) Geschichte eines Attentats auf Bob Marley erzählt und im Jamaika der 1970er Jahre spielt. Ich bin gespannt, ob es auch eine geeignete Station meiner literarischen Weltreise ist, eine nervenaufreibende Lektüre scheint es auf jeden Fall zu werden. Das lässt zumindest schon die besorgte Warnung meiner Buchhändlerin erahnen…

Neben dem Buch von Marlon James war auch “Der kategorische Imperativ ist keine Stellung beim Sex” von Horst Evers ein Geburtstagsgeschenk meines Mannes. Wir teilen unsere Begeisterung für Horst Evers und seine feinen kleinen (und urkomischen) Geschichten. So habe ich auch sein neuestes Buch schon viel zu schnell verschlungen, werde es aber vermutlich wie die Anderen einfach noch unzählige Male lesen und hören.

Außer meinem Mann traut sich fast nur Susi mir Bücher zu schenken. Die meisten anderen Freunde sagen wahlweise “Noch mehr Bücher?” oder “Ach, ich weiß doch gar nicht was!”. Mutige Leseratten aber werfen mir auch Bücher zum Fraß vor, die ich vorher noch gar nicht im Blick hatte und, was soll ich sagen, “Das Buch der Spiegel” von E.O. Chirovici war ein echter Treffer!

Auch von meiner Mama habe ich noch ein Buch zum Geburtstag bekommen, da habe ich nämlich mit großen Augen vor “Das Labyrinth der Lichter” von Carlos Ruiz Zafón gestanden. Weil, ja, einfach weil es ein Zafón ist und sein Buch “Marina” zu meinen absoluten Lieblingsbüchern zählt. Seit ich weiß, dass man diesen neuesten Roman auch unabhängig der anderen aus dieser “Reihe” lesen kann, gab es für mich kein Halten mehr.

Zum #indiebookday habe ich mir “Der Club” von Takis Würger gegönnt und als “Blinddate” von der lieben Pinkfisch gleich noch “Murmelbrüder” von Michela Muriga ins Paket gelegt bekommen. Das eine Buch eine Geschichte elitärer Clubs an einer englischen Universität, das andere eine italienische Geschichte über Freundschaft und Kindheit. Das könnte unterschiedlicher kaum sein, passt aber super zusammen (und zu mir).

Manchmal werde ich kleiner Buchblogger von den Verlagen übrigens ganz “furchtbar” in Versuchung geführt. Wenn nämlich per Mail gefragt wird, ob ich das neue Buch einer Lieblingsautorin schon vor dem Erscheinungstag lesen möchte, oder ob ich einen ganz tollen Roman über Grenzen und Nutzen des Wissens lesen möchte, dann kann ich unmöglich nein sagen. Das geht einfach nicht! So erreichten mich “Soweit wir wissen” von Zia Haider Rahman und “Das Herz kommt zuletzt” von Margaret Atwood aus dem Berlin Verlag. Ich habe das Zweite gerade beendet und kann nur sagen: Wahnsinn! Okay, ich liebe Frau Atwood sowieso, aber diese Dystopie oder Komödie (oder was auch immer es ist) war einfach umwerfend gut. Meine Rezension dazu gibt es bald auf dem Blog.

Auch der Aufbau Verlag hat mich im März mit Liebe bedacht und “Als das Meer uns gehörte” von Barbara J. Zitwer in den Rattenbau geschickt, damit ich es euch bald vorstellen kann. Das Buch handelt von einem besonderen Wal, der einem kleinen gehörlosen Jungen über einen großen Verlust hinweg hilft. Diese Mischung aus Meer und Menschen, besonderen Lebensgeschichten und Natur klingt wirklich magisch und nach schöner Sommerlektüre.

Eigentlich war die Liste des heutigen Beitrags schon fertiggestellt, als ich vorhin “Charlotte Salomon. Es ist mein ganzes Leben” von Margret Greiner im Briefkasten fand. Ich kann euch gar nicht sagen, wie begeistert ich war. Einerseits freut mich die Unterstützung so vieler toller Verlage besonders, andererseits ist die Titelauswahl in diesem Fall extrem passend, ich liebe literarische Biografien starker Persönlichkeiten. Das Buch ist die Biografie von Charlotte Salomon, eine junge Jüdin die in Auschwitz ermordet wurde. Anlässlich ihres 100. Geburtstags wurde von Margret Greiner ihre Lebensgeschichte aufgegriffen, die die junge Künstlerin damals anhand über 1.300 Bildern erzählte. Ich freue mich schon so sehr auf dieses Buch.

Ich bin ganz begeistert von so viel Vielfalt und so beeindruckenden Büchern in meinem Regal und freue mich auf jede einzelne Seite. Welcher Titel wäre euer Favorit in diesem Monat?

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3 Comments

  • Reply Martinas Buchwelten März 31, 2017 at 9:27 pm

    Hallo Alexandra!
    Irgendwie ist auf deinem Foto auch „Win geschenkter Anfang“, aber angeführt hast du das Buch nicht 😉 Es ist mir nur aufgefallen, weil ich heute meine Rezension dazu eingestellt habe.
    Und ich habe meinen Vorsatz schon aufgegeben….Bücherfasten? Was ist das?
    Liebe Grüße
    Martina

    • Reply Alexandra April 1, 2017 at 10:01 am

      Liebe Martina!
      Hahaha, dass da noch „Ein geschenkter Anfang“ steht, ist mir gar nicht so richtig aufgefallen 😀 Ich bin wohl etwas durcheinandergekommen, weil ich am 10. März schon mal ein „vorläufiges“ Neu im Regal gepostet habe… da war das Buch schon dabei. Hach! Man kommt schon völlig durcheinander.
      Jetzt schnell ein paar Bücher weglesen 🙂
      Ich wünsche dir ein schönes Wochenende, viele Grüße
      Alexandra

  • Reply -Leselust- April 9, 2017 at 3:39 pm

    Hallo Alexandra,
    Bei mir sind im März auch so einige Bücher eingezogen. 14 um genau zu sein. Buchmesse sei Dank… 😀
    Unter anderem war auch „Der Club“ dabei, von dem ich absolut begeistert war. Das wäre dann auch mein Highlight im März.
    Von Zafón habe ich tatsächlich noch nie ein Buch gelesen, aber da so viele ja so von dem Autor schwärmen, habe ich mir fest vorgenommen, mal eins von ihm zu lesen. Du würdest mir also „Marina“ empfehlen?
    Liebe Grüße, Julia

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