Humor, Lebensart

Buchtipp: Der kategorische Imperativ ist keine Stellung beim Sex von Horst Evers

Horst Evers is back! Okay, er war genau genommen nie wirklich weg und hat in letzter Zeit sogar zwei sehr unterhaltsame Romane geschrieben. Aber mit “Der kategorische Imperativ ist keine Stellung beim Sex” hat er endlich wieder eines dieser kleinen feinen Bücher voll urkomischer Anekdoten geschrieben, für die ich ihn so liebe.

In “Der kategorische Imperativ ist keine Stellung beim Sex” geht es um Kommunikation und Nähe, Mädchenunterwäsche und Raumfahrt. In sieben Abschnitten (die unter anderem mit “das Handeln”, “das Hoffen” und “das Vertun” betitelt sind) sammelt Horst Evers viele komische und irgendwie augenzwinkernd ehrliche Geschichten. Er stellt sich und sein Leben mit der gewohnten Ironie dar, ist wie immer vom Schicksal gebeutelt und vom Universum regelrecht verfolgt. Andererseits schafft es Horst Evers als Held seiner kleinen Geschichten auch immer das schier menschenunmögliche zu erreichen. Er ist richtiger falscher Arzt (aber nur, wenn er Kleidung kauft), kann auf Befehl ohnmächtig werden und besucht die beeindruckend langweiligste Sehenswürdigkeit Deutschlands.

Wie immer, wenn ich Texte von Horst Evers lese, möchte ich beinahe jeden Satz laut vorlesen und alle umstehenden zum Lachen zwingen. Ich selbst sitze dann irre kichernd da und fliege von Geschichte zu Geschichte. Das Timing ist immer genau richtig und meist werden die Erzählungen immer absurder, gerade wenn man denkt, dass da doch eigentlich nichts mehr kommen kann. Und das ist genau richtig so! Diese wirre Mischung von Geschichten, die eigentlich mitten aus dem Berliner Alltag des Autors zu kommen scheinen, sich dann aber völlig verrückt entwickeln, genieße ich bei jedem neuen Buch sehr.

Natürlich ist es wie immer bei Humor: man muss halt drüber lachen können. Nicht jeder findet die gleichen Erzählungen witzig und die Pointen mögen dem einen oder anderen Leser mal zu plakativ sein. Für mich sind die Geschichten von Horst Evers immer ein Genuß!

“Der kategorische Imperativ ist keine Stellung beim Sex” von Horst Evers, übersetzt aus dem Berlinerischen von Horst Evers, erschienen im Rowohlt Verlag, 234 Seiten, 16,95 € (Hardcover)

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