Drama, Erzählung, Fiktion

Rezension: Die fabelhaften Schwestern der Familie Cooke von Karen Joy Fowler

„Die fabelhaften Schwestern der Familie Cooke“ ist die ideale Mischung zwischen leicht-lustiger Sommerlektüre und einem Roman zum Nachdenken. Eine Geschichte, die nicht mehr loslässt und zugleich sowohl glücklich als auch melancholisch macht. Wirklich toll!

Jow_Fowler„Die fabelhaften Schwestern der Familie Cooke“ von Karen Joy Fowler
Manhattan Verlag
352 Seiten
17,99 € (Hardcover)

Rosemary Cooke hat zuerst ihre geliebte Schwester Fern und später auch ihren Bruder Lowell „verloren“. Ihre Abwesenheit überschattet das Familienleben und hat aus dem gesprächigen, fröhlichen Mädchen eine schweigsame junge Frau gemacht. Auch den Bezug zur depressiven Mutter und ihrem autoritären Vater hat sie dadurch mehr oder minder verloren. Im Verlauf der Handlung von „Die fabelhaften Schwestern der Familie Cooke“ begleiten wir Rosemarys Kindheit mit Fern und erfahren mehr über die Ereignisse die zur Auflösung der Familie führten.

Die Handlung des Buches beginnt in der Mitte der Geschichte, streift dann den Beginn und landet schließlich bei einem unerwarteten Ende. So chaotisch und besonders dieser Aufbau der Handlung ist, so besonders und chaotisch ist auch die Familie Cooke. Von Rosemary bekommen wir einen direkten Einblick in ihre Kindheit und erfahren, wie aus dem fröhlichen und ständig quasselnden Mädchen die ruhige, in sich gekehrte junge Frau wurde.
Dabei sind alle Beschreibungen so unglaublich direkt und lebhaft erzählt, dass ganz starke und besondere Bilder entstanden sind, die mich während der Lektüre begleiteten. Das liegt an der Beschreibung der Umgebung und Charaktere, die detailliert und fein sind, aber nicht ausufernd oder lähmend. Nur eben genau so viel, wie nötig ist, um eine ganz besondere Atmosphäre zu transportieren.
Es fällt mir wirklich schwer das Buch zu beschreiben ohne den großen Clou und absoluten Wow-Moment der Geschichte zu nahe zu kommen. Denn in dieser Hinsicht ist „Die fabelhaften Schwestern der Familie Cooke“ einfach perfekt. Satz für Satz entsteht ein Bild vor unserem inneren Auge, nur um dann alle Erwartungen mit einem Schlag, einer Information, zu durchkreuzen. Und genau so musste es sein! Nur durch diesen Kniff gelingt es, genau die Sicht auf die Geschichte zu provozieren, die für diese Handlung unentbehrlich ist. (Jetzt wird’s wirr? Dann schlage ich vor, dass du dieses Buch unbedingt sofort liest!)
Viele „Familienromane“ locken ja mit düsteren Geheimissen und echten Tragödien, häufig wird dort zu viel versprochen. In diesem Buch ist es ganz anders: mit einfachsten Mitteln und ganz ohne zu dramatisieren, wird eine umso fesselndere Geschichte erzählt. Ich war mehrfach zu Tränen gerührt.

Ich habe wirklich nichts auszusetzen und habe die Geschichte absolut genossen: vom tollen Aufbau über die besonderen und durchweg einprägsamen Charaktere bis hin zu den hunderten kleinster Details. Diese Geschichte ist was für’s Herz und den Kopf (denn aus beiden will sie lang nicht raus…). Von mir gibt es klare 5 von 5 Leseratten.

Das Buch in einem Tweet: „Die fabelhaften Schwestern der Familie Cooke“ ist Sommerlektüre mit Herz, bietet aber auch genug für den Kopf! Ein einfach wunderbares Buch.

Eine wunderbare Rezension zum Buch gibt’s auch bei Mareike von Herzpotenzial. Außerdem bei Mara von Buzzaldrins Bücher, sie hat mich schlussendlich zum Kauf verführt.

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5 Comments

  • Reply Mareike Juli 23, 2015 at 8:37 pm

    Liebe Alex,
    ich freue mich sehr, dass dir das Buch ebenfalls so gut gefallen hat.
    Vielen Dank auch für die nette Erwähnung!
    Liebste Grüße
    Mareike

    • Reply Alexandra Juli 24, 2015 at 6:30 pm

      Ich freu‘ mich immer wieder, wenn wir auf die gleichen Titel stoßen und wenn dann noch das Fazit in eine ähnliche Richtung geht, passt das doch sehr gut! 🙂 Obwohl ich eigentlich schon gern auch mal konkurrierende Meinungen nennen würde, war hier die Begeisterung einfach zu groß! 🙂

      Viele Grüße
      Alex

  • Reply Melissa Juli 24, 2015 at 7:15 am

    Ich hab Anfang des JAhres so eine hundert Seiten starke Leseprobe zugeschickt bekommen – und mich hat das Buch leider gar nicht erreicht. Ich fand die Beschreibungen langatmig und langweilig. Und die Enthüllung löste mir nur ein „Ach ne, echt jetzt?!“ aus und danach gab es für mich keinen Grund mehr weiterzulesen.
    Ich finde es immer wieder spannend, wie unterschiedlich Lesegeschmäcker sind und bin auch heilfroh darüber!
    Liebe Grüße
    Melissa

    • Reply Alexandra Juli 24, 2015 at 6:42 pm

      Ich glaub‘ manchmal auch das ist eine Frage ob das Buch gerade zur richtigen Zeit kommt. Bei mir hat es nach der Leseflaute einfach offene Türen eingerannt, war gerade leicht genug, um mich nicht gleich wieder „abzuschrecken“ aber eben auch so ein bisschen traurig und Hach. Ich hab‘ es schon erwähnt, dass ich Bücher die mich einmal komplett kalt ließen erst zu einem anderen Zeitpunkt erreichten und andersherum.

      Aber die unterschiedlichen Geschmäcker sind natürlich trotzdem gut, die Buchhandlungen sähen sonst ziemlich einseitig aus, würden sie nur die 3-5 aktuellen Favoriten aller beherbergen ;-).

      Liebe Grüße
      Alex

  • Reply Anna Juli 27, 2015 at 11:11 am

    Na, wenn ich deine Rezension schon früher gelesen hätte, hätte ich das Buch wohl gestern aus der Bibliothek mitgenommen! Ich hatte es in der Hand und dachte dann aber „achnee, eigentlich hab ich keine Lust, eine 0815-Familiendramageschichte zu lesen“. Bei dir klingt es jedenfalls wesentlich spannender!

    Liebe Grüße
    Anna

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