Erzählung, Fiktion, Spannung

Rezension: Ready Player One von Ernest Cline

Bücher wie “Ready Player One” waren es, die mich als Kind zur Leseratte gemacht haben. Detailreiche und wilde Abenteuergeschichten, in die man völlig abtauchen und die spannendsten Dinge erleben konnte. Lange ist mir dieses “Versinken” in keinem Buch mehr so gelungen wie in diesem. Ein echtes Vergnügen!

In “Ready Player One” tauchen wir mit Wade Watts in die OASIS ab. In der in naher Zukunft spielenden Geschichte ist die OASIS eine Mischung aus Onlinegame und virtueller Realität in der jeder nahezu alles erledigt: Kinder lernen in der OASIS, Erwachsene arbeiten und verabreden sich dort. Als der Erfinder der OASIS verstirbt, entpuppt sich sein Testament als Startschuss zu einer digitalen Schnitzeljagd. Sein riesiges Erbe und vor allem die Kontrolle über die OASIS (ein Gut, für das auch große Unternehmen töten würden) erbt derjenige, der ein im Spiel verborgenes Easter Egg als Erster entdeckt. Der Teenage Wade Watts, der außer einem Namen der ziemlich nach Superheld klingt nicht viel besitzt, träumt davon das Easter Egg zu entdecken und vergräbt sich völlig in diese Jagd.

Und mit unserer Hauptfigur Wade erleben auch wir als Leser das absolute Jagdfieber! Ich habe es geliebt wie die verschiedenen Rätsel in der OASIS beschrieben werden. Da der exzentrische Erblasser ein echtes Kind der 80er Jahre und Fan der damaligen Spiele, Filme und Serien war, spielt auch diese Popkultur im Buch eine große Rolle. Die Geschichte ist voll spannender Querverweise und interessanter nerdiger Anlehnungen an die Entwicklung der Computerspiele. Vieles musste (beziehungsweise wollte!) ich nachschlagen und bin so völlig in diesem Kosmos versunken. Aber auch wenn man nicht wie ich im Herzen ein kleiner Nerd ist, werden dem Leser diese Spiele wirklich liebevoll näher gebracht und toll beschrieben. Man möchte sie danach am liebsten alle selbst ausprobieren und natürlich alle Filme beziehungsweise Serien anschauen.

Es gibt in der Geschichte einige spannende Randthemen, wie zum Beispiel der Wert frei verfügbarer Information (beziehungsweise Bildung) und die Entwicklung der menschlichen Kommunikation. Allem voran ist und bleibt das Buch für mich aber eine spannende Abenteuergeschichte für Leser von 8 bis 88. Eine Erzählung die so atemlos und unterhaltsam geschrieben ist, dass sie auch die durchaus interessanten Themen der digitalen Revolution wirklich nur streift.

Ganz klassisch sind in diesem Nerdmärchen übrigens auch die menschlichen Ver- und Entwicklungen und der typische Kampf Gut gegen Böse untergebracht. Die Figuren sind dafür zwar manchmal ein bisschen klischeehaft und erwartet unerwartet, passen aber perfekt in ihre jeweiligen Rollen. Vor allem Wade Watts, der in der echten Welt ein eher pummeliger Außenseiter ist, in der OASIS aber zum Ritter in strahlender Rüstung wird, hat es mir angetan. Eine sympathische und nicht zu perfekte Figur, mit der man gern mitleidet.

Das Buch in einem Tweet:

 

“Ready Player One” von Ernest Cline, übersetzt von Hannes und Sarah Riffel, erschienen im Fischer TOR Verlag, 544 Seiten, 9,99 € (Taschenbuch)

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