Erzählung, Fiktion

Rezension: Jetzt spricht Dylan Mint und Mr. Dog hält die Klappe von Brian Conaghan

Auf der Liste meiner Bücher mit den verrücktesten Titeln rangiert „Jetzt spricht Dylan Mint und Mr. Dog hält die Klappe“ schon ganz weit vorn, aber auch in Sachen Humor und Charaktere ist das Buch nicht von schlechten Eltern.

„Jetzt spricht Dylan Mint und Mr. Dog hält die Klappe“ von Brian Conaghan
352 Seiten
19,99 € (Hardcover)

Dylan Mint ist sechzehn Jahre alt, als er erfährt, dass er nur noch 6 Monate zu leben hat. Als würde es nicht reichen, dass er an Tourette erkrankt ist (Mr. Dog nennt er dieses wilde Brüllen, das manchmal aus ihm heraus bricht) und an eine echt uncoole Schule geht. Da hilft es auch nicht, dass er den ziemlich besten Kumpel Amir und eine echt coole Mum hat. Dylan schreibt sich eine Liste mit Dingen, die er noch unbedingt erledigen möchte bevor er stirbt, wie „Sex mit einem echten Mädchen haben“ und „einen neuen besten Kumpel für Amir finden“. Diese Dinge funktionieren dann mehr oder weniger gut, aber auch sonst erlebt Dylan eine turbulente Zeit.

„Jetzt spricht Dylan Mit und Mr. Dog hält die Klappe“ ist ein Buch, dass eine so geniale Einheit aus Thema, Inhalt und Sprache schafft, dass man es einfach als Gesamtkunstwerk bezeichnen kann.
Dylan Mint erzählt die Geschichte aus seiner Sicht und hat dabei vom Autor eine ganz besondere Stimme verpasst bekommen. Die Erzählung wird von Reimen, Aufzählungen und Wortspielen aufgelockert und so ist es gar nicht mehr so ungewöhnlich, wenn sich Mr. Dog auch mal kurz zu Wort meldet. Dieser Erzählstil hat bei mir dafür gesorgt, dass ich das Buch geradezu verschlungen habe und es nie langweilig wirkte. Manchmal ist Dylans „Jugendsprache“ vielleicht ein bisschen übertrieben grob und hat mich persönlich nicht so angesprochen, aber zum Charakter und seiner Entwicklung hat es doch einfach gepasst. Dylan will cool sein (oder werden) und da muss man es auch verbal mal krachen lassen.
Die Handlung ist insgesamt vielleicht nicht spektakulär, aber unterhaltsam und so herrlich skurril. Mich hat besonders gefreut, dass es bei allem nie irgendwie um Mitleid ging. Dylan hat zwar so seine Probleme, aber die gibt es eben auch neben seiner Krankheit. Die Schule ist wirklich uncool, sein Kumpel riecht „wie ein großer Topf Curry“ und bei Mädchen steht Dylan Anfangs nicht gut da. Vielleicht liegt es daran, dass der Autor selbst Tourette hat, die Krankheit wurde jedenfalls so toll als Teil von Dylans Persönlichkeit beschrieben, dass man verstanden hat wie anstrengend es sein kann, Mr. Dog in Zaum zu halten, aber es eben auch nur ein Teil seines Charakters war.
Das Buch versprüht einen ganz besonderen, irgendwie alltäglichen Humor und punktet dabei besonders durch seine Charaktere. Ob Dylans Kumpel Amir oder sein Schwarm Michelle. Alle haben so ihre Macken und „Schäden“. Sie wirken manchmal so schräg, dass es ein Touch zu viel sein müsste, es passt am Ende trotzdem! So wirkt auch Dylan manchmal zu naiv für sein Alter, ist aber dabei so sympathisch, dass man ihm fast alles verzeiht. Vor allem die Briefe an seinen Vater, die immer wieder einzelne Kapitel des Buches bilden, haben mich herzhaft lachen lassen.

Unterm Strich vergebe ich 4 von 5 Leseratten für „Jetzt spricht Dylan Mint und Mr. Dog hält die Klappe“, es gibt ein paar kleine Schwächen, aber die stehen harmlos da im Vergleich zu den Qualitäten des Buches. Wenn euch das Thema interessiert, unbedingt lesen!



Das Buch in einem Tweet: „Jetzt spricht Dylan Mit und Mr. Dog hält die Klappe“ ist ein Buch, dass eine geniale Einheit aus Thema, Inhalt und Sprache schafft.

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