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Montagsfrage #77 von Buchfresserchen

Minus 5°C und Montag, eigentlich beste Voraussetzungen für Jammern und Klagen… wäre da nicht die Montagsfrage von Buchfresserchen. Diese hat mich heute breit grinsen und mein Bücherregal durchstöbern lassen:

„Es wird immer nach den schönsten Buchcovern gefragt, aber welches ist für dich das mit Abstand hässlichste?“

Also erst mal zur Klarstellung: Inhalt zählt!
Ein Buch mit guter Geschichte bräuchte meinetwegen auch gar kein Cover. Die Coverbilder verkommen für mich immer mehr zum (meist) netten Beiwerk. Gerade dadurch, dass ich viele eBooks lese, nehme ich sie einfach nicht mehr dauerhaft wahr.

Aber natürlich freue ich mich immer wieder über toll gestaltete Cover und wunderschöne Bilder.
Genauso viel Spaß macht es nun, nach fiesen Ausrutschern zu schauen. Hier drei Exemplare aus dem „Kabinett des Grauens“ in meinem Regal*:

1) „Die Stimme des Vergessens“ von Sabine Kornbichler
Kein echtes „Motiv“ auf dem Cover (ja ok, das soll wohl ein Stein sein…), dafür gephotoshopte Blätter und seltsam anmutende, nicht harmonische Farbflächen. Für mich leider keine Augenweide und irgendwie traurig belanglos. Eher die Notlösung unter den Buchcovern. Viel schöner ist übrigens „Das Verstummen der Krähe“ derselben Autorin, farblich schön gestaltet und mit direktem Bezug zum Titel.

2) „Skalpelltanz“ von Jenny Milewski
„Kommt, wir machen was mit Blut und Wunden, passt doch super zum Titel“… und ist so individuell. Leider nicht.
Leider sind Cover und Titel von „Skalpelltanz“ so klischeehaft und austauschbar, dass sie dem Buch nicht gut zu Gesicht stehen.

3) „Sternthaler“ von Kristina Ohlson
Was kommt euch in den Sinn, wenn ihr an Sternthaler denkt? Sterne? Ein Winterwald? Ein kleines Mädchen?
Hier war es leider ein altes Unterhemd. Und selbst das könnte sogar passen (im Märchen fängt das Mädchen die Sternthaler mit seinem Hemdchen) aber ein bisschen liebevoller, ein bisschen besser in Szene gesetzt, hätte es dann doch bitte sein dürfen.

* Die Auswahl fiel mir extrem schwer, da ich feststellen musste, dass ich zu 99% sehr sehr schöne Bücher besitze. Meistens haben es die Verlage ja einfach doch raus mit der Gestaltung. Ein paar Ausrutscher gab es aber dennoch…

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6 Comments

  • Reply Nelly Januar 19, 2016 at 1:00 am

    Huhu Alexandra,
    ich muss ja leider zugeben, dass ich auf die Cover mit „Blut und Wunden“, wie du es so schön sagst, eigentlich immer anspringe. Mein kleines doofes Cover-Kauf-Hirn überlistet mich da regelmäßig. So ging es mir auch mit Skalpelltanz, wobei ich da den Inhalt um einiges schlechter fand als das Cover 😀

    Das Cover von Sterntaler ist wirklich nicht sonderlich hübsch

    Alles Liebe, Nelly

    • Reply Alexandra Januar 20, 2016 at 8:00 pm

      Huhu Nelly,

      ich kenne einige LeserInnen die auf Blut und Wunden wunderbar reagieren (selbst meine Schwiegermama ist so eine) aber ich finde es einfach manchmal etwas einfallslos. Gerade bei „Skalpelltanz“ war es irgendwie zu platt, obwohl das schlichte rot-weiß eine gewisse Signalwirkung hat…. und ja, leider war (wie du schon sagst) der Inhalt noch schlechter als das Cover 😉

      Liebe Grüße
      Alex

  • Reply Die Leserin Januar 19, 2016 at 8:53 pm

    Hallo Alexandra,

    du bist aber streng. Ich bin da wie Nelly – blutige Typografie schreit förmlich danach „kauf mich“. 😉 Aber ich bin generell so ein typografischer Zeichenliebhaber.

    Bei den beiden anderen Covern stimme ich dir zu. Das Kornbichler-Cover sieht aus wie die erste Arbeit eines Grafikstudenten. Mit der er verdient durchgefallen ist. Und das Ohlsson-Cover war dann wohl sein zweiter Versuch. Setzen, sechs! *lach* Das wird in diesem Leben nichts mehr.

    Wobei ich bei dieser Montagsfrage wahrscheinlich drei Diogenes-Bücher angegeben hätte – die sehen so altbacken aus! Obwohl der Inhalt gar nicht altbacken ist. Klar, Diogenes erkennt man schon anhand der Cover, nur kein einziges schreit „kauf mich“. Bei mir zumindest nicht. Langweilig. (Bin aber trotzdem begeisterter Diogenes-Leser – kauf mir halt die eBooks ;-), dann muss ich sie mir im Regal nicht ansehen.)

    Liebe Grüße,
    Iris

    • Reply Alexandra Januar 20, 2016 at 8:03 pm

      Hahaha!
      An das mit den „ersten Übungen in Photoshop“ musste ich beim Kornbichler-Cover leider auch denken. Vor allem da das gephotoshopte Blatt (oder ist das ne Feder?) so offensichtlich immer das selbe ist (nur leicht gedreht, dupliziert) … das ist echt blöd.
      Und Sternthaler richtig, da erkennt man immerhin schon was es mal werden wollte, aber irgendwie wieder „Thema verfehlt“…

      Mit Diogenes hätte ich dir vielleicht vor einer Weile noch zugestimmt, aber wenn man viele davon hat & kauft (ich habe in diesem Monat 9 Taschenbücher aus dem Diogenesverlag gekauft) lernt man ihre ganz eigene Ästhetik zu schätzen und das erste „knallbunte“ Cover machte mich dann gleich ganz nervös ;). Außerdem sind die Bilder auf den Covern ja immer bestimmte Kunstwerke, das ist manchmal in der Tat altbacken, aber z.B. bei „Isabel & Rocco“ oder auch „Englischer Harem“ oder „Goodbye Lemon“ einfach nur wunderschön! 🙂

      Die Lösung von Diogenes ebooks zu kaufen lass ich aber natürlich auch gern durchgehen 😀 hauptsache die tollen Bücher werden gelesen!

      Liebe Grüße
      Alex

      • Reply Die Leserin Januar 23, 2016 at 7:19 pm

        Stimmt auch wieder – im Regal, Buchrücken und Buchrücken, sehen die Diogenes Bücher wieder toll aus. Hach, Lesern etwas recht machen ist wohl recht schwer *lach*.
        Liebe Grüße dir, schönes (Lese)Wochenende, Iris

  • Reply Evy Januar 28, 2016 at 8:54 pm

    Ich finde die Farben beim ersten Cover ziemlich harmonisch 🙂 Beim letzten ist die Schrift komisch – das Halbtransparene passt gar nich…

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