Fiktion, Jugendbuch, Liebe

Rezension: All die verdammt perfekten Tage von Jennifer Niven

Obwohl ich mich von “Trendbüchern” eigentlich absichtlich und meistens erfolgreich fernhalte, tappe ich doch das eine oder andere Mal in die Falle. So eine Falle war auch „All die verdammt perfekten Tage“: von unzähligen Bloggern präsentiert und vom Verlag umschwärmt, wollte ich es dann auch unbedingt lesen, obwohl ich ganz und gar nicht Zielgruppe bin. Und weil Ausnahmen einfach manchmal die Regel bestätigen, fand ich das Buch richtig gut. Nein, nicht perfekt, nicht herausragend, aber eben richtig, richtig gut!

Niven_JAll_die_verdammt_perfekten_Tage„All die verdammt perfekten Tage“ von Jennifer Niven
Limes Verlag
400 Seiten
14,99 € (Broschiert)

Vermutlich steht einem der Sinn nicht nach neuen Kontakten, wenn man gerade auf dem Dach eines Turmes steht, um in den Tod zu springen. Genau in dieser Situation lernen sich aber Violet und Finch kennen und spüren trotz dessen (oder sogar deswegen?) schnell eine ganz besondere Verbindung. Aus dem Außenseiter und der beliebten Cheerleaderin wird später ein Team, das trotz vieler Gegensätze gemeinsam zu Stärke findet und sich durch alle Schwächen unterstützt. Alles könnte so schön sein…

Die Geschichte von Finch und Violet hat mich wirklich berührt. In nur zwei Tagen habe ich das Buch inhaliert und mich absolut darin verloren. Eigentlich bin ich schwer für Liebesgeschichten zu begeistern und lese wenig in diesem Genre, hier habe ich mich aber wirklich wohl gefühlt. Vor allem die stetige Entwicklung der Charaktere und die interessanten Wendungen der Geschichte haben mich von der ersten bis zur letzten Seite am Ball bleiben lassen.
In wechselnden Kapiteln erfahren wir, mal aus der Perspektive von Violet, mal aus der von Finch, wie sich die Beziehung der beiden entwickelt. Vom Stil und Ton unterscheiden sich beide Perspektiven leider kaum merklich, da hat mir ein etwas markanterer Stil passend zu den Figuren gefehlt. Aber die jeweilige Sicht auf ihre Verbindung ist trotzdem schön zu verfolgen.
Übliche Klischees werden hier bewusst ignoriert beziehungsweise ein Stück weit ins Gegenteil verkehrt. Es ist eben mal nicht der starke Junge, der das labile und depressive Mädchen rettet. Vielmehr tragen beide Figuren ihre Schwächen mit sich herum, beide werden verletzlich und authentisch dargestellt. Ein dickes Plus!

Hin und wieder wird dieses Buch mit “Das Schicksal ist ein mieser Verräter” verglichen und tatsächlich ist es ähnlich liebevoll und atmosphärisch verfasst. Außerdem ist es ebenso ein echtes All-Age-Buch, das Leser jeden Alters fesseln und berühren kann.

Das Ende der Geschichte hat mich übrigens wirklich sehr mitgenommen und ist keine ganz leichte Kost. In mancher Hinsicht passte es für mich nicht ganz zum Rest der Geschichte (oder war das so, weil ich es nicht wahr haben wollte?) und wirkte etwas angestückelt. Auf jeden Fall ist es eindrücklich und lässt das Buch lang in Erinnerung bleiben.

Unterm Strich vergebe ich 5 von 5 Leseratten. (Laut meinen Notizen hier sollten es eigentlich 4 werden oder 4,5… aber für ein Buch dieses Genres ist es mir zu sehr ans Herz gegangen und je länger ich darüber schreibe und nachdenke, desto mehr schöne Teile des Buches kommen mir in Erinnerung.)

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