Entdeckt, Im Rattenbau

Ein Blick in die Verlagsvorschau von… Diogenes Verlag

Auf die Frühjahrsvorschauen freue ich mich immer besonders. Ich kann dann schon vor dem eigentlich drohenden Winter die Gedanken ins kommende Frühjahr schweifen lassen und mich auf neue Bücher freuen. Natürlich ist es nicht so, dass mir zeitnah der Lesestoff ausginge (der Stapel ungelesener Bücher weint leise im Regal), aber auf Neuentdeckungen aus meinen Lieblingsverlagen freue ich mich trotzdem jedes Jahr aufs Neue. Um ein bisschen dieser Freude mit euch zu teilen, werde ich also wieder meine Favoriten einiger besonderer Verlage vorstellen.

Den Anfang macht (fast schon traditionell) Diogenes, auf deren Programm ich schon seit der Frankfurter Buchmesse hingefiebert habe.

 

“Lied der Weite” von Kent Haruf
Erscheint am 12. Januar 2018

Kent Haruf hat sich mit seinem ersten Roman “Unsere Seelen bei Nacht” ganz heimlich in mein Herz geschlichen. Ein leises und nachdenkliches Buch über die Liebe im Alter und Sehnsucht nach Nähe und Geborgenheit, ganz unabhängig von jedem Alter. Ich habe das Buch in diesem Jahr ganz still für mich gelesen und mich an der sanft erzählten Geschichte gefreut.
Es hat mich nun noch mehr gefreut, dass mit “Lied der Weite” gleich ein neuer Roman dieses Autors im Frühjahrsprogramm auf uns wartet. Wieder ist es eine “unspektakuläre” menschliche Geschichte. Von einem Mädchen, siebzehn Jahre alt und schwanger, das seinen Platz in der Welt suchen muss. Das Mädchen wird kurzerhand von einer Lehrerin auf der Farm zweier älterer Brüder einquartiert, eine eher ungewöhnliche Wohngemeinschaft die so entsteht. Das verspricht wieder eine Geschichte über Mitgefühl und darüber “was wohl die Leute denken”.
Vor allem freut es mich, dass Kent Haruf nun mit “Lied der Weite” nochmal eine ganz andere Seite von sich zeigt. Ich hoffe auf eine lebendige Geschichte, die dabei so gefühlvoll und nachdenklich ist wie schon “Unsere Seelen bei Nacht”. So oder so kann das Buch nur etwas fürs Herz werden, genau das Richtige gegen zu dunkle Stunden.

 

“Leinsee” von Anne Reinecke
Erscheint am 28. Februar 2018

Mir wurde “Leinsee” als “echter Diogenes Roman” beschrieben und ich finde die Bezeichnung wirklich passend. Ein Roman über Kunst und Künstler, das Leben und die Liebe. Irgendwie. Es geht um ein bekanntes Künstlerpaar und ihren Sohn, der sich mit nicht mal 30 Jahren bereits selbst einen Namen in der Kunstszene gemacht hat. Alle drei, wie erfolgreich sie auch sind, erleben aber im Privaten ihre eigentlichen Krisen. Dann ist es ausgerechnet ein Kind, dass diese Spirale aufbricht.
Ich tue mich manchmal ziemlich schwer mit Künstlerromanen, obwohl ich es genieße durch sie einen neuen Blick auf das Leben und auch die Kunst zu bekommen. “Stillhalten” von Nina Jäckle habe ich zum Beispiel sehr gern gelesen, andere waren mir zu sperrig oder abgehoben. Es klingt aber so, als könnte “Leinsee” genau die “Bodenhaftung” haben, die ich brauche um mich in solch einer Geschichte trotzdem wohlzufühlen. Neben der Kunst sind es ja vor allem die menschlichen Themen, die diese Geschichte ausmachen.

“Krokodilwächter” von Katrine Engberg
Erscheint am 28. März 2018

Ich weiß nicht, ob ich schon jemals einen “Thriller” aus dem Hause Diogenes gelesen habe oder ob es das überhaupt bisher gab. Mit “Krokodilwächter” startet jedenfalls eine neue Kopenhagen-Serie, deren erster Fall schon mal ganz nach meinem Geschmack zu sein scheint. Eine junge Literaturstudentin wird ermordet, unter verdächtig ähnlichen Bedingungen, wie sie in einem ihrer Romanentwürfe beschrieben sind. Könnte das ein Thriller mit literarischem Bezug werden?
Irgendwie klingen Krimi und Thriller in der ersten Beschreibung häufig ziemlich ähnlich: Leiche, Mord, Ermittler! Aber ich bin gespannt, was aus diesen 0-8-15 Zutaten gemacht wird. Kluge und gut durchdachte Thriller machen nämlich wirklich Spaß und sind eine herrliche Abwechslung zu anderen anspruchsvollen Büchern. Je mehr ich lese, desto anspruchsvoller werde ich aber und desto seltener finde ich gute Thriller-Reihen, die von den üblichen Schablonen abweichen. Vielleicht könnte die neue Kopenhagen-Reihe so etwas sein, beim Diogenes Verlag stehen die Chancen ja eigentlich immer gut ein tolles Buch in der Hand zu haben.

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1 Comment

  • Reply Jeol November 13, 2017 at 11:36 pm

    Interessante Bücher die du da vorstellst. Aber da es sich um Diogenes handelt, mache ich mir keien Sorgen, ich habe glaube ich noch nie ein schlechtes Buch dieses Verlages gelesen.
    Liebe Grüße
    Joel von Büchervergleich.org

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